Rückblick Veranstaltungen 2019

Donnerstag, 16. Mai 19.00 Uhr

Lesung von Helmut Haberkamm: "Es is immer bloß a Bamm"...................

......und weitere Waldgebiet werden zu Gewerbeflächen, weitere Ackerflächen zu Wohngebäuden, immer noch Straßen verbreitert, Monsterbrücken gebaut, Flughäfen erweitert, obwohl längst schon feststeht, dass wir von der Substanz unseres Planeten leben und es keine Ersatzflächen gibt.

Helmut Haberkamm brachte es mit seinen sensiblen Mundartgedichten über unsere fränkische Heimat auf den Punkt: " Bloß am End stenners na dodd mid gwaschna Häls und beeglda Hoosn

                    Un mid aufgrissna Aang stierns widdi Eelgetzn in di Weltgschichd

                    Gratzn middi Finger am Lagg un am Gloos un am Blech un am Deer

                    Un suhng nooch an bißla, bloß an Fitzerla vooam ganz annern Leem."

Mit fünf passenden Stücken des "Zwiefachen" begleiteten ihn drei Altersgruppen von Musikern um die Familie Späth (Klangraum Schönberg): Arved Späth, Klarinette (12), Geneva Späth, Gitarre und Gesang (20) und Cecilia Lindl, "Nachschlag-Geige" (79), letztere den Laufern bekannt durch die "Erbsenboden-

                                                                                                                    musik", die sie lange Zeit mit ihrem (inzwischen verstorbenen) Mann aufführte.

Donnerstag 11. April 19.00 Uhr

Vortrag von Prof. Hans Immler: "Ist eine Versöhnung von Natur und Wirtschaft möglich?"

Anhand von 6 Thesen (die jeweils mit dem Publikum diskutiert wurden) erläuterte Immler sein Konzept

einer naturverträglichen Ökonomie, bei der die Erhaltung und Stärkung der Wertschöpfungskraft

der Natur eine zentrale Rolle spielen. Letztlich produziert nur die Natur. Der Mensch transformiert ihre 

Werte in einer destruktiven Weise, erzeugt zwar materiellen Wohlstand, aber ohne gleichzeitig die Verluste des Naturvermögens aufzuzeigen. In einer ökologisch-sozialen Ökonomie müssen neben dem Finanzkapital auch die Veränderungen des Sozial- und Naturkapitals laufend beachtet werden.

Eine große Gefahr sieht Immler durch das Basteln am menschlichen Individuum und durch die Wert-

erzeugung mit Organismen, Biotechnologien und genetischen Produktionsmethoden )(CRISPR CAS) und künstlicher Intelligenz (KI). Damit würde sich der Mensch nochmals mehr von der Natur trennen und zum empfindungslosen Maschinenmenschen mutieren.

Donnerstag 21.März 19.00 Uhr

Vortrag von Reinhard Knodt: "Vom Bauen als zerstören - warum wir mit der linken Hand vernichten, was wir mit der rechten schaffen."

Der Schriftsteller und Philosoph Reinhard Knodt (Gründer des philosophischen Salons im Ort Schnacken-hof in Röthenbach a.d.P. über den es ein herrliches Büchlein gibt, in dem er auch schreibt: es ist die " in einem stillen Schrecken akzeptierte Vermutung, dass wir womöglich alles, was wir aufbauen, zugleich vernichten - schon indem wir bauen") begann mit einer literarischen Reise durch die Menschheits-geschichte, einer immer größer werdenden Vereinnahmung und Beherrschung der Welt mit ansteigender Beschleunigung bis in unsere heutige Zeit. Warnungen über die Vergewaltigung und Mutation des Menschen und seiner natürlichen Umwelt durch die von ihm selbst geschaffene Technik blieben dabei nicht aus. Sie reichen von der Antike (z.B. Aristoteles, Seneca) über verschiedene Gegenbewegungen der Romantik bis in die Moderne (z.B. Klages, F.G. Jünger, Marcuse, Fromm). Inwieweit der technische Fortschritt und das "technische Kollektiv" (F.G.Jünger) eine Eigendynamik besitzt und wie diese in eine nachhaltige Entwicklung gelenkt werden könnte, darüber entspannte sich eine lebhafte Diskussion, die der mehr atmosphärischen Betrachtung Knodts konkret umsetzbare Antworten abverlangte.

An einem Büchertisch konnte man sich anschließend vom Autor  Veröffentlichungen signieren lassen (jüngste Veröffentlichung: "Der Atemkreis der Dinge- Einführung in die Philosophie der Korrespondenz").

Freitag 1. März  17.00 Uhr

Eröffnung der Sonderausstellung "Entlässt die Natur den Menschen?"

 

In der närrischen Zeit einen Vortrag über ein ernstes Thema zu halten war gewagt, aber nicht unbedingt abwegig, wenn man an das Narrenschiff

denkt, mit dem die Menschheit mit immer höherer Beschleunigung die Ressourcen ihres Planeten verbraucht. Mit seinem einführenden Vortrag wollte

Volker Stahlmann nicht zum wiederholten Male Fakten der Umweltzerstörung einer vorherrschenden Kurzsichtökonomie auf den Tisch legen, sondern

zwei unterschiedliche , diametral entgegenlaufende Weltsichten skizzieren, die auch in der Sonderausstellung zum Ausdruck kommen: einerseits die

einer zunehmend technisierten, industrialisierten Welt mit dem Entstehen angepasster, flexibel reagierender "Maschinenmenschen" und dem drohenden

Zusammenbruch, andererseits die Sehnsucht nach einer die innere mit der äußeren Natur versöhnenden ökologischen Humanität.  Beide Strömungen

sind heute sichtbar und müssen - bei allen auftauchenden Widersprüchen - neu ausbalanciert werden.

Der Besucher der Sonderausstellung wird zuerst von Goethes "Fragment zur Natur" empfangen, sieht im Raum des "Fortschreitenden Fortschritts" mit

dem "Maschinenmenschen" das Wandbild einer zurückgedrängten Natur mit  in den Wolken schwebenden nackten Menschen voller Illusionen.  Der zweite,

mit "Erinnerungen" überschriebene Raum präsentiert dagegen Zeichnungen der Begrenzung (auch im Format!), des Innehaltens und der Zwiesprache

mit der Natur. Das Wandbild und die farbigen Kohlezeichnungen sind von Volker Stahlmann, die Installationen (Vögel und Maschinenmensch) von Renate

Kirchhof-Stahlmann.

Download
Einführung in die Sonderausstellung von Volker Stahlmann
Einführung Sonderausstellung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 57.7 KB