Rückblick Veranstaltungen 2017

9. und 10. November 2-tägiges Symposium "Rechte der Natur - Menschenrechte - Biokratie"


Das vom Kulturbahnhof organisierte Symposium begann am ersten Tag mit einem Expertengespräch, an dem neben Wissenschaftlern auch Praktiker teilnahmen. Die ersten drei Referate (Prof. Stahlmann, Dr. Winter, Prof. Heupel in Vertretung von Prof. Seidel) wurden gefilmt. Nach der Kaffeepause und den Referaten von Prof. Ramsauer über Möglichkeiten und Grenzen einer Verankerung subjektiver Rechte der Natur in Deutschland und Prof. Freimann über möglicherweise unterstützende Strömungen in der Gesellschaft für einen naturbewahrenden kulturellen Wandel wurde ausgiebig diskutiert.

Der zweite Tag (unter der Regie des Umweltreferats der Stadt Nürnberg) wurde nach der Begrüßung von Umweltreferent Dr. Pluschke vom Initiator des Projekts "Rechte der Natur/Biokratie" Dr. Winter (HAUS DER ZUKUNFT Hamburg) eingeleitet und fortgeführt durch Christian Felber mit seinem ganzheitlichen, inzwischen weltweit verbreiteten Ansatz der Gemeinwohlökonomie. Die am Vortrag von Prof. Heupel geforderte Umkehrung der politischen Gewichtung zwischen Kapital, Arbeit und Natur (60/30/10) symbolisierte Felber mit einem gelungenen Kopfstand. Dr. Kora Kristof prüfte schließlich aus Sicht des Umweltbundesamts die Anschlussfähigkeit von mehr Rechten der Natur im Rahmen des Ressourcenschutzrechts und wies auf die Erfolgsbedingungen eines gesellschaftlichen Wandels hin. Danach folgte eine kurze Podiumsdiskussion. Eine Zusammenfassung der gesamten Tagung in Print- bzw. digitaler Form sowie als Video (You Tube) ist geplant.



Zum Programm im einzelnen siehe Flyer zur Tagung "Rechte der Natur"

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 Modern Jazz, 13. Juli

 

In neue Klangwelten entführte uns das Trio Leppinski mit Agnes Lepp (Gesang), Filip Wisniewski (Gitarre) und Lutz Häfner (Saxophon und Klarinette). Jazz der feinsten Art für Liebhaber experimenteller Musik mit überraschenden Kompositionen und von hoher Qualität der Ausführung.


 

"Der Fränkische Jedermoo", 29. Juni

Die Originalfassung von Hugo von Hofmannsthal wurde von Fitzgerald Kusz und Jürgen Haberkamm ins Fränkische übersetzt und vom Theater "Kuckucksheim" (Stefan Kügel, Benjamin und Lutz Seeberger) mit Masken, Puppen, Musik und Texten mitreißend gespielt. Das Mysterienspiel vom Sterben des reichen Mannes, dessen Lebensgier unersättlich ist, der seinen Schöpfer und seine Mitwelt völlig vergisst und getrieben ist von Gier, Neid, Sex, egoistischer und narzistischer Selbstgefälligkeit - wer hätte da nicht Parallelen zu unserer heutigen Zeit erkannt!

Das Publikum honorierte die schauspielerische Leistung mit lang anhaltendem Applaus.



 

 

Selbstoptimierung- Königsweg zum Glück oder gnadenlose Geißel? 9. Mai

Anhand von 3 Filmausschnitten, moderiert von Konstanze Hess (Evang. Forum Hersbruck) und flankiert von Nicola Neitzel (Pfarrerin) und Daniela Fuchs (Trainerin, Coach, Mediatorin) wurden Fragen aufgeworfen, ob die umsichgreifende Selbstoptimierungswelle zu mehr Glück verhilft oder - angestachelt durch smart watches, Fitnessuhren, Kalorienkontrollen, wellness- und beauty-Angebote, Retouschierprogramme - zu einer gnadenlosen Geißel geworden ist? Kann der Mensch nicht einfach bloß leben und sich nicht als Projekt oder Unternehmen mit laufender Selbstdarstellung nach außen führen? Erzeugt nicht das Streben zur Selbstoptimierung noch mehr Egoisten, die nur ihre eigene Lage verbessern wollen und sich nicht mehr um den Zustand der Welt scheren?

 

Passend zum Lutherjahr (500 Jahre Reformation) wurde die Losung "Sola Gratia" entgegengehalten, nach welcher der Mensch allein dank der Gnade Gottes das Heil erlangt und sich nicht selbst das optimale und ewige Leben erschaffen kann.

 

Die anschließende Diskussion ermunterte zu einem selbstbestimmten Leben mit Zielen, die mit eigenen Fähigkeiten verbunden werden und auch der Allgemeinheit dauerhaften Nutzen bringen. Nur so kann Glück entstehen (und eine nachhaltige Entwicklung).


 

 

Aus der Tretmühle zur Selbstbestimmung, 6. April

Dieter Wunderlich, ehemaliger Student von Prof. Stahlmann, 17 Jahre Berufserfahrung und zuletzt als Director Corporate Responsibility bei ALDI SÜD tätig, erläuterte anhand seines eigenen Lebens- und Berufswegs, warum viele gute Ideen, Initiativen und Projekte im Privaten aber auch im Beruf steckenbleiben und nie Realität werden. Vision und praktische Umsetzung, Effizienz und Effektivität müssen stets neu kombiniert und mit persönlichen und äußeren Rahmen- bedingungen abgeglichen werden. Sinnvoll wird die Arbeit erst dann empfunden, wenn die eigenen Intentionen und Fähigkeiten mit dem gesellschaftliche Nutzen im Einklang stehen. Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung mit zu integrieren ist dabei eine entscheidende Herausforderung.

 

Dieter Wunderlich ist inzwischen professioneller Coach für Menschen, Teams und Organisationen (Certified Professional Life & Leadership Coach, CPCC, ACC) und bietet u.a. eine Reihe von weiterführenden Workshops im Kulturbahnhof an (nähere Informationen über www.questcafe.com


 

 

Aus kontrolliertem Raubbau, 30. März

Als Gemeinschaftsveranstaltung mit der Studierendeninitiative OEPRO fand der Vortrag von Kathrin Hartmann diesmal im Hörsaal 112 der TH Nürnberg Fak. BW statt. Die Referentin las aus ihrem kürzlich erschienenen Buch (Titel wie oben) einige Passagen vor, die erhebliche Zweifel an Auszeichnungen/Zertifikaten mit dem Symbol "Nachhaltigkeit" entstehen ließen. Exemplarisch aufgeführt wurden die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in Düsseldorf, die Erzeugung von Palmöl in Borneo und Indonesien sowie die Errichtung von Aquakulturen an den Küsten Bangladeshs. Im Anschluss an die kurz skizzierten Verbesserungsvorschläge zu einem glaubwürdigen Weg des "sustainable development" ergab sich eine kontroverse Diskussion. Die wichtige Funktion einer neutralen Kontrolle von Unternehmen oder staatlichen Stellen durch NGOs und investigativen Journalismus war im Auditorium allerdings unbestritten.


 

Die Bremer Stadtmusikanten, 25. März

Die Teilnehmer aus dem Umkreis des Lorenzer Ladens Nürnberg schlüpften in unterschiedliche Rollen des Grimm'schen Märchens und brachten mit szenischen Methoden eigene Ideen von Aufbruch/Ausbruch, Sehnsucht, Gerechtigkeit und Heimat zum Ausdruck. Unter der Regie von Susanne Gutmann und Thomas Zeitler (beide Psychodramaleiter) brachen die verstoßenen vier Tiere in Richtung eines utopischen Bremens auf und schafften es, räuberischen Kräften einen Ort abzuringen, wo sie auf Dauer ein gutes Leben führen konnten.


 

Plastic-Planet, 23. Februar

Im Zeitalter des Anthropozän von einem "Plastikplaneten" zu sprechen ist nicht übertrieben, wenn man bedenkt, dass sich bereits in den Ozeanen rieisige Wirbel von Plastikmüll drehen (im Nordpazifik so groß wie die Fläche von Deutschland und Frankreich), dass ca. 20% des Ostsee- und Nordseesandes bereits aus Plastikkügelchen besteht und dass in unserem Organismus Plastik in Nanopartikeln bereits nachgewiesen werden kann.

 

Also höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie man Plastik vermeiden kann! In der Diskussion nach dem Film von Werner Boote wurden dazu einige Vorschläge gemacht (z.B. weniger polyesterhaltige Textilien kaufen; Behälter, Taschen beim Einkauf mitbringen; nicht alles schnell und bequem haben wollen; Reparieren und Selbermachen statt Kaufen).


 

 

Die SEKEM-Initiative, 13. Februar

 

Aus dem Schatten seines Vaters Ibrahim Abouleish ist Helmy Abouleish, leitender Manager des SEKEM-Unternehmens, längst herausgetreten. Von der Biofach aus Nürnberg kommend, berichtete er in eindrucksvoller Weise von der Herausforderung, die Wüste für biologisch-dynamischen Landbau urbar zu machen. Das sozial-ökologische Unternehmen SEKEM versteht sich außerdem als Kulturinitiative in enger Kooperation mit der umliegenden ägyptischen Bevölkerung und betreibt ein Berufsbildungszentrum, Krankenhaus, Forschungseinrichtungen und eine Universität für nachhaltige Entwicklung. Ein richtungweisendes Projekt auch für andere nordafrikanische Länder!